In Fels, Eis und Schnee

Nach einer warmen Schockolade im Hotel Steingletscher starten wir gut ausgerüstet in unser nächstes outdoor Abenteuer. Da unsere Gruppe mehrheitlich aus Einsteiger besteht, hat sich Bächli-Sport mit unseren Last-Minute Einkäufen eine goldene Nase verdient. Die Ausrüstung benötigen wir heute jedoch noch nicht.
Wegen der unsicheren Wetterlage entscheiden wir uns gegen den Klettersteig und für die normale Bergwanderroute um zur Tierberglihütte zu gelangen. Einsetzender Nieselregen und Schneefall bekräftigen uns, in dieser Entscheidung und lassen uns die ohnehin sehr komfortable Hütte noch viel gemütlicher erscheinen.

Die erste Nacht sind wir fast alleine in der Hütte und versuchen bei stürmischem Wind und laut flackernder Fahne den Schlaf zu finden. – Nicht ganz einfach. Dafür durften wir für SAC Hüttenverhältnisse etwas ausschlafen. Frühstück um sieben und anschliessen ein Seil-, Pickel- und Steigeisen-Crash-Kurs von Phippu. Schon cool, was diese Dinger alles mitmachen und welchen Halt Sie uns im Eis des Steingletschers bieten.
Jetzt sind wir heiss auf eine erste kleine Hochtour zum Sustenhorn. Ja, „heiss“ das sind wir wirklich. Der leichte Nebel lässt uns kaum erahnen wie intensiv die Sonneneinstrahlung auf dem Gletscher ist und wir verbrennen uns trotz Sonnenschutz kollektiv an Kopf und Hals. – Und einzelne Exoten unter uns verbrennen sich trotz langen Hosen die Unterschenkel… aiaiai wie geht denn sowas?
Ach ja, wir haben den Gipfel auf 3’503 Metern über Meer erfolgreich erklommen. Dabei die atemberaubende Bergwelt in uns aufgesogen und in der absoluten Ruhe meditativ durch den Schnee stapfend den Alltag hinter uns und unseren Gedanken freien Lauf gelassen. Oben angekommen, verewigen wir uns im Gipfelbuch, verpflegen uns aus dem Rucksack und ab geht’s durch den frischen Schnee zurück zur Hütte. Im Abstieg konnten wir endlich auch das Seil gebrauchen. Jedoch hatten nicht ganz alle dieselben Absichten. Während Timon seine Frau auf dem Hintern durch den Schnee zog oder ziehen wollte, versuchte Fredy heldenhaft einzugreifen und verhinderte selbiges. Ok, zum Glück war es das einzige Mal, dass jemand ins Seil „fiel“.
Die 5 Stündige Tour war nicht genug für alle. Mit Sandra und „Utsche“ erklimmen die Unermüdlichen noch den Vorder Tierberg. – Bei dickem Nebel versteht sich. –Zumindest sah es von der Hütte gesehen so aus. Diesen Abend sind wir nicht mehr ganz so alleine in der Hütte. Mit knapp 70 Personen ist die Hütte nahezu ausgebucht und wir drei faulen finden unter den vielen Bergler noch einen Partner für einen kurzen Jass.

Der dritte und letzte Tag beginnt mit dem unliebsamen Geräusch eines um 15 Minuten zu früh gestellten Weckers. „Autsch“ diesen Schlaf hätte ich mir gerne noch gegönnt. Tja, aufstehen, anziehen, Rucksack für die nächste Tour packen und ab an den Frühstückstisch. Um 6 Uhr stehen alle abmarschbereit vor der Hütte. Unser heutiges Ziel ist noch nicht 100% klar. Bei der Tierberglimi wollen wir uns entscheiden, ob wir den Westgrat des Gwächtenhorn erklimmen oder uns auf den Mittler Tierberg beschränken. Vorbei an imposanten Gletscherspalten laufen wir in der Morgensonne unserem ersten Ziel entgegen. Nach einer kurzen Pinkelpause ist dann auch klar, weshalb es für die Damen nicht ganz so praktisch ist am Seil zu laufen wie für die Herren im Team. Auch das Ziel des Tages ist einigermassen schnell bestimmt. Der Westgrat des Gwächtehorn scheint uns aus der Nähe, bei eisigem Wind und frischem Schnee dann doch eine Nummer zu Gross.
Der Gipfel des Mittler Tierberg ist schnell erreicht. Über einen schmalen Grat laufen wir mit mehr oder weniger weichen Knie weiter zum Tierbergsattel. Von da an erklimmen wir in dezimierter Formation den ersten Teil zum Nordgipfel des Hinter Tierberg. – Auch eine Nummer zu Gross oder zumindest zu weit, wenn die anderen auf uns warten. Entscheiden wir kurzum später und kehren zu unseren schon fast erfrorenen Mitstreitern zurück.
Auf dem Abstieg über den Steingletscher erleben wir nochmals die vielen Facetten des ewigen Eises. Weiche Schneefelder, verschneite Spalten sowie steile von Spalten durchzogene Eishänge verstellen uns den Weg nach unten. Für uns Hochtouren Anfänger ein grosser Spass und die nötige Herausforderung. Und dann konnten wir tatsächlich auch noch ein kurzes Stück richtig „abseilen“ und nicht immer nur „losseilen“. Das macht eindeutig Lust auf mehr!

Merci, Timu für die Initiative und fürs Organisieren der Hütte. Danke Phippu für deine kundige Führung! Du bist ein super Guide und Freund! Danke Fredy fürs mitführen und teilen deiner Erfahrung. Danke euch allen, dass Ihr immer wieder mit dabei seid und dafür keinen Aufwand oder Sonnenbrand scheut! Top und auf bald!

Familen Spass am Oeschinensee

Das Wetter hat dieses Wochenende nur bedingt mitgespielt. Und somit haben wir für einmal den Schwanz eingezogen und das Abenteuer verkürzt und ziemlich verweichlicht. Naja, egal, uns hat es allen Spass gemacht. Uns – das war für einmal eine reine Familienangelegenheit. Für alle unsere drei Kids war noch ein Gotti und Götti dabei. Was für ein Spass!

Am Samstag haben wir auf das Biwakieren im Regen verzichtet und einen kurzen Abstecher mit der Familie in die Kletterhalle gemacht. Tapfer machten unseren Kids die ersten Boulder und Kletterversuche. Bevor wir uns Zuhause mit einer grossen Portion Pasta stärkten.

Den Weg zum Oeschinensee nehmen wir erst in den Sonntagmorgentlichen Sonnenstrahlen in Angriff. Im Zug merken wir, dass wir wohl nicht die einzigen sind, welche den Ausflug auf den Sonntag verschoben haben. Zusammen mit uns entleert sich in Kandersteg der ganze Zug. Anscheinend haben andere ähnliche Pläne wie wir. Jedoch sind diese kaum mit einem derart leckeren Mittagessen ausgerüstet. Dazu aber später mehr. Denn nun müssen wir uns das Essen erst verdienen. Entlang von kleinen Bächlein und durch lauschige Wäldchen steigen wir an imposanten Wasserfällen vorbei immer höher dem Bergsee entgegen.
Die Kulisse ist auch beim x-ten Besuch immer noch imposant. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen und dann Holz fürs Feuer. Während das Feuer lodert und uns hoffentlich bald gute Glut liefert, nehmen wir uns ein doch eher erfrischendes Bad. Die kleinen füllen den See mit kleinen und grossen Steinen und Meli füllt unseren Fisch mit frischem Gemüse. Mmmh – das wird lecker. Eingewickelt in Alufolie und mit feiner Kräuterbutter eingepinselt werden die Forellen und Goldbrassen auf dem Feuer schön schmackhaft und knusprig.
Ans feine Essen die schöne Bergwelt und das gemütliche Zusammensein, könnte man sich glatt gewöhnen. Nun ist aber höchste Zeit, um aufzubrechen. Denn die Kids wollen ja noch was erleben. Und Götti und Gottis begeben sich in dieser Zeit noch auf eine kurze Wanderung um hoch über dem Oeschinensee die Aussicht zu geniessen.

Also auf geht’s zum Bootsverleih. Maël ist unterdessen eingeschlafen und nutzt die Ruderbootsfahrt für einen kurzen Powernap. Auch ich muss kurz powern, damit wir noch rechtzeitig zurück an Land kommen.
In der Hoffnung auf eine kurze Rodelbahnfahrt, laufen wir zügig zur Bergstation. Dort angekommen, die grosse Entäuschung, die Bahn wurde vor 15 Minuten geschlossen. Zum grossen Glück, haben die Betreiber Erbarmen und lassen uns doch noch auf eine letzte Fahrt. Léon kriegt sogar eine Begleitung, damit er nicht alleine runter kurven muss. Grossartiger Service und das sogar nach Betriebsschluss! Danke!

Huch, das war wieder einmal ein Wochenende! Danke euch allen, dass ihr mit uns unterwegs wart.

3-Zimmer Iglu

Wer bei diesem Wetterbericht in die Berge geht, der muss es wirklich wollen. Schnee, Wind und kaum Sonnenschein. Tapfer, dass niemand freiwillig einen Rückzieher gemacht hat. Auf die Gesellschaft von Elias mussten wir leider trotzdem verzichten. Er hat sich selbstlos in den Dienst von Frau und Kind gestellt, welche krank Zuhause waren.

Für alle anderen war vom ersten Moment an klar, dieses Wochenende würde kein Zuckerschlecken. Durch das Schneegestöber laufen wir vom Jaunpass dem Bäderhore entgegen. Nein, nicht der Gipfel sondern die darunter gelegene Alp war unser Ziel. Allerdings nur das erste und kleinere von zwei Tageszielen. Das grössere und wirklich ambitiöse Ziel entstand ziemlich kurzentschlossen bei Ankunft am Iglu-Bauplatz. Es sollte ein richtiger Iglu-Komplex entstehen. Ein gemeinsamer Eingang zu einer Schneekuppel von rund 3 Meter Durchmesser. Links und rechts davon sollen Zwischengänge in weitere Schnekuppen gleicher grösse führen. Eine 3-Zimmer Iglu-Wohnung sozusagen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, haben wir uns gesagt und haben damit angefangen grosszügig Schnee zu verschieben. Jedes Schneekorn wurde gefühlte 5 mal von Schaufel zu Schaufel weitergereicht, bis es ausserhalb der Baustelle aus dem Weg geräumt wurde. Langsam aber stetig kamen wir unserem Ziel näher. Schliesslich wollte niemand von den neun Schneefreunden unter freiem Himmel übernachten. Mit einer ordentlichen Portion Wille und Schweiss, haben wir das Werk vollbracht. Rund 15 -20 Kubikmeter Schnee haben wir aus dem Hang geschaufelt und am Ende haben wir unser Monster tatsächlich vollendet. Es hatte eine Breite von rund 3 Meter und zog sich über eine Länge von total rund 12 Meter.

Ok, das Fondue haben wir uns mit dieser Leistung mehr als verdient. Ein bisschen Eng wurde es schon. Denn irgendwie drängten sich auf kleinstem Raum 9 Personen ums Caquelon.
Zum Dessert durfte der Geburtstagskuchen natürlich nicht fehlen. Wenn sich Anja schon am Geburtstag mit uns ins Iglu-Weekend wagt, darf ein gebührendes Happy-Birthday nicht fehlen. Gratulation zu deinem Geburtstag!

Danach war bald einmal Feierabend. Kurz draussen im eisigen Schneetreiben die Zähneputzen und Wasser lassen – In der Hoffnung, dass einem die Blase bis zum nächsten Morgen in Ruhe lässt. Danach ab in den Schlafsack und hoffen, dass einem die Kälte nicht die süssen Träume raubt.

Die grosse Überraschung erwartete uns am nächsten Morgen beim ersten Blick aus dem Iglu. 20cm Neuschnee und strahlender Sonnenschein. Ein Tag wie im Wintermärchen. Simon nutzte die Winterlandschaft für einen ersten Spaziergang gegen die Kälte. Wasser schmelzen, Tee kochen, Rucksäcke packen und Abmarsch aufs Poschi hiess es für die einen.

Da ich mit Packen nicht der schnellste war, blieb ich mit Freddy und Kathrin zurück im Schnee. Gemeinsam machten wir noch einen Abstecher zum Sattel des Bäderhore. Ganz noch oben haben wir uns aufgrund der akuten Lawinengefahr nicht getraut. Uns erwartete eine schöne Abfahrt durch das frisch verschneite Winterwäldchen. Super! Danach hiess es auch für uns Abmarsch zur Postauto Station.

Euch allen herzlichen Dank fürs mittkommen, mitschaufeln und mitfrieren. Alleine würde der ganze Spass eben ganz einfach keinen Spass machen. Ihr seid meine Helden der kalten Nacht in überdimensionierten Iglus:-)

Teamwork am Faulhorn

Dass es mit drei Jungs eine Herausforderung würde, war mir bewusst. Dennoch wollte ich trotz leichtem Fieber nicht auf das Schlittelhighlight des Jahres verzichten. Zu schön ist die Erinnerung ans letzte Mal und zu prächtig das Wetter gemeldet. Die Sonne hat uns im Aufstieg frühlingshafte Temperaturen und eine wunderschöne Bergsicht beschert. Spitze!

Mit Léon, Robin und Maël im Schlepptau machten wir uns also an die Arbeit. Teamwork ist gefragt, wenn es darum geht drei kleine Jungs auf den Gipfel des Faulhorns zu treiben-tragen-ziehen.

Getrieben vom Götti und ein paar Süssigkeiten bewältigte Léon auch die letzten Meter bis zum Gipfel ohne grössere Kriese! Bravo!
Auf dem Gipfel blies ein eisiger Wind Robin die letzte Wander-Euphorie aus dem Körper. Er machte deshalb kurz vor dem Gipfel Kehrt und genoss eine angenehme Pause an einem etwas wärmeren und windstillen Plätzchen.
Maël hatte keine andere Wahl, als uns überall dorthin zu folgen, wo wir Ihn hintrugen. Es schien ihm sichtlich Spass zu machen und auch die Abfahrt kommentierte er mit freudig, vergnügten Lauten.
Danke euch allen, dass Ihr uns dies ermöglicht habt! Ihr seid spitze!

Der Effort hat sich gelohnt. Gemeinschaft, Aussicht, Gipfelerfolg und eine mehr oder weniger rasante Abfahrt entschädigten für die Strapazen des Aufstieges. Ach, ja, nicht zu vergessen, sind die Leckereien im Bergrestaurant Bussalp. Frisch gestärkt stürzen wir uns in die letzten Meter der Abfahrt bzw. Talwanderung. Der doch eher spärliche Schnee zwang uns auch im Abstieg den einen oder anderen Meter zu laufen. Autsch! Schade, wenn dann kurz vor dem Ziel noch ein übler Misstritt dazu kommt und ich im Fieberwahn den Schlitten vergesse ins Auto zu laden.

Nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Mitstreiter! Ich freue mich auf das nächste Mal und hoffentlich auf ein mindestens so schönes Iglu-Weekend.

Zwei Tage Undeufe und Obenabe

Ziel der diesjährigen Zweitages-Wanderung war die Lohnerhütte. Kindheits Erinnerung von Timu und Lisi. Zugegebenermassen war ich schon recht beeindruckt, wie uns Lisi Zielsicher durch unbeschilderte Weiden und Wälder oberhalb Adelboden führte und das obwohl es mindestens 20 Jahre her sein muss, dass sie zum letzten mal hier war.

Der Einstieg in den anspruchsvollen Höhenweg hatte es schon einmal in sich und nun wussten wir definitiv, dass uns in diesen zwei Tagen ein Leckerbissen der Wanderwelt serviert wurde. Die beiden Zürcher in unserer Crew fühlten sich am „Zürchertritt“ wie zuhause und kraxelten geschickt vor uns die Felswand hoch. Steil und ausgesetzt, zuweilen mit Ketten gesichert, führte uns der Weg zur Lohnerhütte. Kaum zu glauben, dass hier einmal eine Familie mit Kindern wohnte, welche diesen Weg als Schulweg zurücklegen durften.

In der Lohnerhütte angekommen, schied sich die Spreu vom Weizen. Die drei Musketiere – Timu, Fredi und Sandra – hatten noch nicht genug und machten sich im Nebel und Nieselregen schon mal auf, um den Weg zum Mittaghorn zu erkunden. Das ist ein Wanderweg der Kategorie T4. Nach blau-weissem Wegweiser benötigt man für den Aufstieg 2 Stunden 15 Minuten. Ja, in etwa so lange hatten unsere Bergläufer auch, aber für beide Wege, „ufe“ und „abe“. Chapeau! Da blieb uns in der Hütte nichts anderes übrig als „undeufe“ und „obenabe“ zu Jassen.

Unsere Gastgeber stärkten uns mit einem Leckeren Kuchen zum Zvieri, sowie Suppe und Spaghetti zum Abendessen für die Strapazen vom nächsten Tag. Ein Tag der nochmals alles bieten sollte, was das Wanderherz begehrt. Nach dem Frühstück marschierten wir Zuversichtlich in den Nebel. Immer wieder löste sich die Schleierwolke für einen Augenblick und gönnte uns eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge und das Mittaghorn, welches heute nochmals bei hoffentlich guter Sicht unser Ziel sein sollte. Durch loses Geröll und Schnee kämpften wir uns vorsichtig dem Gipfel entgegen. Der Gipfel selber bildete gerade ungefähr die Nebelgrenze und wir waren im Wechsel zwischen Nebelmeer und „Nebelbad“.

Auf den Abstieg folgte nun noch die Traverse zur Engstligenalp. Zwar mehr oder weniger flach, jedoch sehr ausgesetzt und heute nass und im Nebel. Als dann plötzlich noch Steine wie Geschosse durch die Luft auf uns zu fliegen, stieg zumindest bei mir das Adrenalin ins unermessliche und wir versuchen uns unter ein paar mickrigen Felsvorsprüngen in Deckung zu bringen – bis der Steinschlag vorüber ist. Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert und wir konnten unbehelligt weiterlaufen.

Alles in allem eine spektakuläre und sehr abwechslungsreiche Tour. Danke für eure Gesellschaft und danke Timu fürs organisieren!

Gerne wieder – voraussichtlich am 2.-3. September 2016 und selbstverständlich in anderer Form schon viel früher!

Fischen am Oeschinensee

Der Abstecher zum Oeschinensee war so ziemlich, das Beste was man an diesem Hitze Tag hätte machen können. Im Tal stieg das Quecksilber z.T. bis auf 38°C. Da kommen ein bisschen Bergluft und der kühle See genau richtig.

Was sich so einfach anhört, ist nicht wirklich selbstverständlich. Denn wenn am Vormittag kein Zug fährt oder man in den falschen Wagen einsteigt, dann kommt man nicht wirklich dort an wo man will. Mit Auto statt Zug bzw. mit rund 2 Stunden Verspätung kamen wir dann doch in Kandersteg an.

Ein kühles Bad zum Anfang und dann mit dem Ruderboot zu ruhigeren Ufer. Denn dort wo sich weniger Badegäste tummeln, hoffen wir noch auf ein paar Fische zu treffen. Die Landschaft am Oeschinensee ist ohnehin schon atemberaubend und bei diesem Wetter haben wir überhaupt nichts mehr zu meckern. Ausser eben vielleicht, dass die Fische auch am anderen Ufer nicht angebissen haben. Spass hat’s dennoch gemacht. Mit mehr oder weniger Geduld, haben wir die Köder und Häcken ausgeworfen und dabei versucht so wenig Knüppel wie möglich in die Angelschnur zu machen. Gar nicht so einfach dieses Fischen.

Auf dem Feuer gab es, dann halt weder Forelle noch Zander, sondern eine Cervelat, Schlangenbrot und Marshmellows. Ach ja, ein Stück Lachs hat sich auch noch auf den Grill verirrt. Der kam aber eindeutig nicht aus dem Oeschinensee.

In der Abenndämmerung hiess es dann zurückpaddeln und Abmarsch ins schwül warme Tal.

Vielen Dank euch allen fürs mittkommen und mittmachen. Es hat mir auch ohne Fisch gefallen. – Und so richtig aufgegeben haben wir ja noch nicht. Eventuell kommen wir im nächsten Jahr wieder. Dann bleiben wir aber über Nacht und fangen die Zappel-Fische in den frühen Morgenstunden.

Klettersteig Reloaded & Extended

Die gleiche, kleine und treue Schar von Outelementer die vor zwei Jahren die Wiwannihütte eroberte und so manches Fiasko erlebte, war heute am Start für den Klettersteig auf den Moléson. Jeder hatte anscheinend beim letzten Mal dazu gelernt; Chris hat sich Medikamente gegen Höhenkrankheit besorgt – Timon hat mehr als genug Wasser mitgenommen – ich hab eine Regenjacke eingepackt und Meli wurde von einer strapaziösen Wanderung zum Einstieg des Klettersteiges verschont.

 

Mit dem Funi haben wir aus lauter Angst vor dem eventuell später nahenden Gewitter die erste Etappe zurückgelegt. Etwas erstaunt nahmen wir dann zur Kenntnis, dass nur ganze Klettersteigausrüstungen gemietet werden konnten. So mussten wir unsere eigenen Helme und Klettergurte bei der Mittelstation zwischenlagern. Das soll unserer Freude aber keinen Abbruch machen. Wir machen uns voller Vorfreude gemischt mit einer kleinen Anspannung auf den Weg zur Nordwand. Da schon eine grössere Gruppe vor uns in der Wand unterwegs ist, können wir uns Zeit lassen und die zum teil stark ausgesetzten und insbesondere Kräftezehrenden Tritte voll auskosten. Kurzes aber durchaus lohnenswertes Highlight war der kurze Abschnitt, welcher als KS 5 eingestuft war und somit nochmals einen Zacken anspruchsvoller war, als was wir sonst bisher gemacht haben.

Oben angekommen geniessen wir die Aussicht auf den Lac Léman und das Migros TakeAway Sandwich, dennoch macht sich minimale Wehmut bereit, dass der Klettersteig nur so kurz war. Aber es gibt ja immer ein nächstes Mal. Und die frühe Heimkehr eröffnet uns die Möglichkeit für einen Sprung ins kühle Nass in der Badi und zum anschliessenden Bräteln.

Super! Dass ihr wieder einmal alle mit dabei wart! Hat super Spass gemacht, dass ihr nach den Erfahungen vom letzten Mal wieder mitgemacht habt und vor allem anschliessend noch mit in Badi und zum „Grosi-Barbecue“ mitgekommen seid.

 

Iglu-Weekend par excellence

Das vierte, outelement Iglu-Weekend ist Geschichte. – Und auch dieses Wochendende wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben. Wir hatten wieder einmal unheimliches Glück und durften auf der Südseites des Bürglen zwei wunderschöne Tage verbringen. Das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt und uns mit viel Schnee und wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnt.

Mit einer super Crew haben wir zwei Behausungen für die Nacht gebaut. Ein klassisches Iglu aus sorgfältig gestapelten Schneeblöcken und ein ziemlich unförmiges aber geräumiges Quinzhee. Eine Tortur sondergleichen – am Abend waren wir vom vielen Schleppen, Sägen und Schaufeln bis aufs letzte ausgepowert.

Bei einem gemütlichen, aber hart verdienten Lagerfeuer wärmten wir uns auf – sorry, wer ist so blöd und schleppt 23 kg Holz den Berg hoch. Ihr seid ein „gei…“-Haufen. Cool, dass Ihr bei solchen Ideen ohne Murren mitmacht und sogar noch euren Spass dabei habt! Danke. Ja, eine Stärkung haben wir nach diesem Tag dringend gebraucht. Mit einem guten Stück Fleisch, Suppe und leckerer Schoggi-Banane, füllten wir unsere Energiespeicher vor der Nacht wieder auf.

Nach einer mehr oder weniger kalten Nacht genossen wir den Sonnenaufgang, das Schöne Frühlingswetter und eine kurze Rutschpartie an unserem Hausberg.

Ein super Weekend. Vielen Dank euch allen fürs mitmachen und die gute Gemeinschaft. Es hat Spass gemacht, mit euch in der Natur ein Abenteuer zu erleben!

Hundsrügg – von wegen Einsteiger Tour

Viele Dinge benötigt man ja nicht für eine Skitour. Aber es gibt Leute die vergessen selbst die elementarste Ausrüstung. Ja, ohne Felle wird der Aufstieg schwierig, das habe ich schnell begriffen und musste den Rest der bunten Truppe eine Stunde warten lassen, um mich für den Aufstieg zu wappnen. Das gab Timu dankbare Zeit, um mit den Ski ein paar erste Spuren in den Schnee am Jaunpass-Skilift zu zeichnen und so Sicherheit für die Abfahrt im Tiefschnee zu tanken. Und ich bedanke fürs geduldige Warten!

So, nun kann es doch noch los gehen. Wir marschieren bei schönstem Winter-Wetter los. Die Ersten Spuren wurden bereits von ein paar Touren Fahrer vor uns gesetzt. So konnten wir den Anstieg gemütlich angehen und mussten nicht noch selbst die beste Spur suchen. Ok, gemütlich war es nicht wirklich für alle. Unsere Snowboarder hatten mit den Schneeschuhen schon mächtig zu kämpfen. Versanken Sie doch zum Teil bis zum Knie in der weissen Pracht. Nach rund einer Stunde erreichen wir den ersten Gipfel des Tages. Der Nordgipfel des Hundsrügg zeigt sich von seiner besten Seite. Tom ist schon mächtig auf den Hund gekommen, als auch er den Hunde Rücken erreicht.
Das erste Ziel ist also geschafft und wir entschliessen uns auf die Gratwanderung zum höchsten Punkt des Hundsrügg zu verzichten. Zu gross ist die Anziehungskraft des weissen Pulverhangs der wie ein sanfter Teppich ausgebreitet vor uns liegt. Schon bei den ersten Schwüngen schiesst dieses wohlige Hoch-Gefühl durch den Körper – als könnte man Fliegen – und man wünscht sich, der Hang wäre ewig – wäre ewig – wäre ewig. Auch unsere Einsteiger setzen Kurve an Kurve und machen das wesentlich besser als ich mir im Vorfeld vorgestellt hatte. Klar, da und dort kugelt ein Schneemann durch den Schnee, aber alles in allem Top! Gratulation zu dieser Premiere!

Pünktlich um 12:00 Uhr wird auf einer Alp zum Mittagessen gerufen. Vom Darvida, über Karotten, Trockenfrüchten, Landjäger und Sandwiches war alles dabei was sich klassischerweise in einem Tourenrucksack versteckt. Mit der Sushi-Platte von Timu hätte aber wohl wirklich niemand gerechnet.
Frisch gestärkt geht’s ab in ein weiteres Stück harter Arbeit. Der höchste Punkt des Hundsrügg soll ja dennoch erreicht werden. Nur eben von der anderen Seite als ursprünglich geplant. Die rund 600 Höhenmeter sind aber doch zu viel, wenn man mit den Schneeschuhen bei jedem Schritt so weit im Schnee versinkt, dass man sich anschliessend wieder mühsam hoch kämpfen muss, bevor man den nächsten Schritt machen kann, um dann wieder im tiefen Schnee zu versinken. So kommt es, dass wir zwei Gruppen machen und nicht alle dem zweiten Gipfel entgegen stürmen. Dafür laufen wir nun umso schneller – nein viel schneller wär wohl für keinen von uns möglich gewesen – sowohl die Tageszeit, als auch das nun umbrechende Wetter treiben uns an. Schliesslich warten die vermeintlich schönsten Hänge erst ganz oben. Allerdings setzt kurz vor dem Gipfel Schnefall und ein zügiger Wind ein. Also ist da nichts mit verweilen. Ein Gipfelfoto und ab wieder auf den Bretter talabwärts. Aber halt – da kommt noch wer. Der Orden des Tages für den kämpferischsten Tourenfahrer geht eindeutig an Elias. Mit Schneeschuhen und Brett auf dem Rücken, konnte er beinahe der hohen Pace der Skifahrer folgen. Und hat nur wenige Augenblicke nach uns den zweiten Gipfel des Tages gemeistert. Wer schon mal mit Schneeschuhen an den Füssen zusammen mit Skifahrer unterwegs war, kann diese Strapazen wohl gut nachempfinden. Bravo!

Geschafft! Könnte man meinen. Aber wer glaubt dass nun eine lockere Abfahrt folgt hat nicht mit dem hundsgemeinen Hundsrügg gerechnet. Da gehts nämlich immer wieder mal flach oder gar wieder Aufwärts. Und sollte das Gefälle uns doch einmal wohl gesinnt sein, versperrt uns eine Armee lästiger Stacheldrahtzäune den Weg.

Ja, wir sind alle fix und fertig. Ein unglaublich schöner Wintertag ist damit Geschichte. Wieder einmal einen herzlichen Dank an euch alle! Ich freue mich auf jeden Mitstreiter, Leidensgenosse oder Mitleser, die beim Igllu-Weekend dabei sind. Melde dich doch gleich noch an;-)

Schlitteltagebuch

Wenn alles ins Wasser fällt – fast alles

Das Faulhorn war im Januar schon immer eine Knacknuss und wird es wohl auch bleiben. Zumindest hat uns auch in diesem Jahr der Januar nicht wirklich Glück gebracht. Was soll’s wir hatten irgendwie trotzdem unseren Spass. Dennoch war ich am Abend nicht ganz unglücklich darüber, dass sich nicht zu viele fürs „Wasserschlitteln“ angemeldet hatten.
Es war schnell klar, dass aus der längsten Schlittenfahrt der Welt nicht werden sollte. Zu wenig Schnee hat es in den ersten Winterwochen gegeben und zu schlechtes Wetter war angekündigt. Aber beginnen wir doch ganz von vorne:

08:20 Uhr
Treffpunkt in Bern. Alles ist noch ok. Vom im letzten Jahr legendär gewordenen selbst gebauten Schlitten fehlte jede Spur. Genau so wie auch von seinem Kapitän. Mit ICE und Zahnradbahn fahren wir unserem Ziel entgegen. In einer kurzen Lagebesprechung entscheiden wir, unser Schlittelglück am Männlichen zu suchen.

10:09 Uhr
Ankunft in Grindelwald und Schlittenmiete im nächsten Sportshop. Nur CHF 15 pro Rodel – schade nur, dass keiner im ganzen Laden Deutsch spricht. Egal wir wollen ja vor allem in den Schnee, also fahren wir mit dem nächsten Bus nach Grindelwald Grund zur Talstation der Männlichenbahn.

10:40 Uhr
Ticketkauf bei der Talstation. – „Ja, wissen Sie heute ist sehr gefährlich. Die ganze Piste ist eisig und man sieht oben kaum einen Meter weit. Wir empfehlen allen und insbesondere mit Kindern nicht zu schlitteln.“ – Ne ne, nur um das zu hören sind wir nicht nach Grindelwald gefahren. Schliesslich ist die Piste ja offen. Also nichts wie los.

11:20 Uhr
Angekommen bei der Bergstation. Die Sicht ist definitiv besser als angekündigt und wir machen uns auf den Weg zum Gipfel um wenigstens einen Gipfel erklommen zu haben und noch kurz das Alpenpanorama zu geniessen bevor das Wetter offensichtlich schlechter werden soll.

11:45 Uhr
Gipfelfoto auf dem Männlichen. Nebel oben und Nebel unten. Aber zwischen den beiden Wolkenschichten, sehen wir bis zum Jura. Also von wegen schlechte Sicht….
Anschliessend Abfahrt vom Gipfel zurück zur Bergstation wo unser Schlittelspass beginnen soll.

12:00 Uhr
„Ja, wissen Sie, wir haben den Schlittelweg vor zehn Minuten geschlossen. Es ist heute zu gefährlich.“ Ähnlich wie bei allen anderen betroffenen Schlittler stellt sich Entrüstung ein. Dafür haben wir definitiv keine Tageskarte gekauft. Unsere Mitstreiter, welche die Abfahrt bereits einmal gemacht haben, können den Entscheid nicht nachvollziehen. Es hätte nur ein – zwei Stellen an welchen man vorsichtig sein müsse. Tja uns bleibt nichts anderes übrig als mit der Gondel die Rückreise anzutreten.

12:30 Uhr
Zwischenstopp bzw. Mittagshalt bei der Zwischenstation Holenstein. Léon gönnt sich ein leckeres „Kinder-Sandwich“. Anschliessend wollen wir den Schlittelweg noch etwas hoch laufen, damit wir wenigstens kurz zum Fahren kommen.

13:00 Uhr
Kaum sind wir mit unsere Picknick fertig setzt Regen ein. Ja, richtig gelesen – Regen. Naja, wir wollten ja draussen etwas erleben, also los geht’s auf die Schlittelpiste. In mehreren kurzen Regen-Battles wird der beste Schlittler erkoren. Gratulation an Freddy!
Übrigens die Pistenverhältnisse waren top. Keine Spur von Eis. Also ein Traum für jedes Schlittlerherz.

14:00 Uhr
Wir entscheiden uns, die Geschlossene Talfahrt dennoch mit dem Schlitten in angriff zu nehmen. Ein Erlebnis war das definitiv auch. Für Léon eher ein nasses und für uns eine wahre Herausforderung. Schnee finden und dennoch nicht zu exponiert auf der Skipiste fahren.

15:08 Uhr
Nein, die Schlittel-Tageskarte ist auf dem Zug von Grindelwald Grund nach Grindelwald nicht gültig. Tja, so haben wir den Zug halt verpasst und laufen mit Schlitten und Léon auf dem Buckel ins Dorf hoch.

15:49 Uhr
Rückfahrt mit dem Zug via Interlaken und Bern nach Hindlebank.

18:15 Uhr
Lisi empfängt uns Zuhause mit einem leckeren Raclette. Genau das richtige nach einem nass-kalten Tag im Schnee-Regen. Danke!