Von ambitionierten Projekten – viel Wind – eisigen Hängen

Ja, der ursprüngliche Plan war ambitioniert. Eventuell sogar zu ambitioniert. Gut, dass wir die Skitour mit Übernachtung im Hotel Steingletscher etwas abgeschwächt haben. Wobei sich nicht alle einig sind, ob nicht eventuell doch das eigene Mätteli und Schlagsack draussen im Schnee bequemer gewesen wären, als die durchgelegenen Schaumstoff Matten im Massenlager.

Die eher frühlingshaften Temperaturen und das wenig an Schnee treiben uns für die Skitour etwas in die Höhe beziehungsweise auf den Gletscher. Der Schauplatz unserer Skitour mag dem einen oder anderen vom letzten Sommer her noch bekannt vorkommen. Wir wollen über den Steingletscher, vorbei an der Tierberglihütte, auf das Gwächtenhorn.
Ja, es blieb tatsächlich beim Wollen und am Wollen ist es auch nicht gescheitert. Bis wir auf dem Grat angekommen waren, sah auch alles relativ viel versprechend aus. Da mussten wir aber feststellen, dass wir uns schön im Windschatten des Berges hoch gekämpft hatten. Auf dem Grat waren wir dann dem beissig, stürmischen Föhn ausgesetzt. Einzelne Böen waren so stark, dass Sie einen aus dem Gleichgewicht warfen und wir fast oder ganz stürzten. Sogar der Rucksack wurde vom Wind mitgerissen. Zum Glück konnte Fredy sein Equipment noch rechtzeitig retten.
Aber nein, so wurde es nichts mit dem Gipfel. Und wir mussten, wie alle anderen auch, welche heute unterwegs waren, vor dem Gipfel kehren und uns in die eisige Abfahrt begeben. Auch diese hatte so ihre Tücken. Die vielen Skispuren und Verwehungen waren zum tei hart gefroren und bildeten eine sehr holprige Unterlage. Als wäre das nicht genug, wechselte sich dieses Geholper flott mit tiefem schwerem Schnee, in welchem man kaum wenden konnte.

Trotz allem haben wir die Berge und das stürmische Wetter genossen. Es ist einfach unglaublich imposant die Fomen, farben und Kräfte der Bergwelt zu erleben!
Danke fürs mitkommen und eine gute Erholung!

Iglu mit Zauber Tee und Zauber Blache

Alle Jahre wieder und doch immer wieder ganz anders. Das Iglu-Wochenende führte uns in diesem Jahr nach Grindelwald zum Tierwang in die Nähe des Faulhorn. Das Wetter war einmal mehr in diesem Winter unglaublich schön – schon fast frühlingshaft warm. Ob es wohl noch Schnee für ein Iglu hat?

Bereits die Anreise sorgte leider für zwei unerfreuliche Überraschungen. Timon ist mit Fieber angereist und hat sich sogleich für die Nacht abgemeldet. Mit Fieber beim Iglu-Bauen helfen – das ist wahrlich ein tapferer Krieger. Danke für deinen Kampfgeist!
Die nächste Abmeldung folgt kurz danach – den Wecker auf lautlos gestellt und damit Rucksack umsonst gepackt. Das passiert nächstes Jahr bestimmt nicht mehr! Wir freuen uns, wenn du dann dabei bist.

Nach zahlreichem Umsteigen erreichen wir mit der Gondelbahn die Bergstation First. Von da an laufen wir auf dem vielbegangenen Schlittelweg in Richtung Bachalpsee. Da wir ja nicht direkt am Weg unser Lager aufschlagen wollen, biegen wir rechts ab. Die erste Route stellt sich jedoch als zu kritisch heraus. Die Lawinengefahr zwingt uns zum Umkehren. Wir graben lieber ein Loch beim Iglu-Bauen, als in einer Lawine nach verschütteten zu suchen. Ein zweiter Versuch führt uns dann an unseren Bauplatz, wo wir hungrig den Steinbruch und die Iglu-Flächen stapfen, endlich was essen und uns dann von Timon verabschieden.

Irgendwann sollte eigentlich auch der hinterste und letzte lernen, dass grosse Iglus schwerer sind zum Bauen als kleine. Bei mir ist das halt alles etwas anders – und so versuchen wir neben zwei kleinen zweier Iglus noch ein Vierer zu bauen – schliesslich wollen wir ja zusammen Nachtessen. So kommt es, dass unsere Igluneulinge als erstes mit Ihrer Behausung fertig sind. Während Katrin und Fredy noch etwas mit den Schneeverhältnissen kämpfen und wir mit unserer Crew auf einen Magischen-Wunderstein nach dem anderen hoffen. Schon erstaunlich, wie lange irgendwie doch alles gut geht und zusammenhält.

Wunderbar, wenn man mitten im harten und ermüdenden Kampf mit Schnee schleppen, Sägen und konstruieren einen leckeren Tee serviert bekommt. Danke Anja – das war zauberhaft! Für unser Vorhaben hätten wir aber wohl doch eher den Zaubertunk von Miraculix benötigt. Nein, die Blöcke wollten irgendwann der Schwerkraft nicht mehr widerstehen und nun musste auch ich einsehen, dass ich mit unserem Plan etwas zu ambitioniert war. – Da hatten andere weniger lang, um das zu erkennen.

Zum Glück hatte Michu von seinem Wichtel zu Weihnachten eine Zauberblache erhalten. Diese erlebt nun ihren Höhepunkt im sonst monotonen Blachen-Leben. Mit Skier und Stöcken fixieren wir die Blache über dem oben weit offenen Iglu und streuen zur besseren Isolation etwas Schnee darüber – fertig ist das Konstrukt.

Beim gemeinsamen Gemüserisotto lassen wir den Tag nochmals Revue passieren und kochen Tee für die Nacht und den nächsten Tag. Spätestens nach dem leckeren Dessert, haben wir alle ein angenehmes Völlegefühl und machen uns bereit für die kühle Nacht.
Nachdem Anja, Nadine und ich unsere Mätteli oder ev. besser Matten ausgebreitet haben, bleibt nur noch wenig Platz für Michu. Mit Nase im Schnee schläft sich verständlicherweise nicht besonders gut. Sorry! Dem Nachtkonzert nach zu urteilen, waren aber doch einige Stunden Schlaf drin.

Das Frühstück geniessen wir zusammen vor unseren Iglus und freuen uns auf den baldigen Sonnenaufgang. Doch es bleibt irgendwie sehr lange beim „baldigen“ Sonnenaufgang. Die letzten Zehn Meter zu uns, scheinen für die Sonnenstrahlen eine fast unüberwindbare Distanz zu sein. Katrin hat ein patentes Mittel gegen die bleibende Kälte gefunden und hat kurzerhand ihr ganzes Nachtlager mit Schlafsack und Mätteli nach Draussen verschoben. – Oder wurde Sie von Fredy direkt im Schlafsack nach Draussen gezogen? – Wir wissen es nicht.

Eine kurze Skitour führt uns noch tiefer ins Tal hinein, eröffnet uns eine neue Aussicht auf die Berge und ermöglicht uns vor allem ein paar kurze Skischwünge ohne schweren Rucksack in den Schnee zu zeichnen.

Moment, da fehlt doch noch was. Wir können unsere Iglus doch nicht zurücklassen, ohne genau zu wissen wie stabil sie denn nun wirklich sind.

Vielen Dank euch allen fürs mitkommen, mit anpacken und die gute Gemeinschaft! Ihr seid ein Super Team!

Schlitten Ahoi

Für einmal ist es schon dunkel. Wir treffen uns am Fusse des Niederhorn für einen gemütlichen Schlittel-Abend. Bin mir nicht ganz sicher, ob es nun besser ist, dass es schon dunkel ist, als wir den Gipfel erreichen. Sehr gerne hätte ich noch einen Blick in die weite, verschneite Bergwelt genossen. Aber so können wir die Illusion der verschneiten Winterlandschaft etwas einfacher aufrechterhalten und werden nicht durch grüne Wiesen zurück in die schneearme Realität katapultiert.

Oben angekommen, geniessen wir im Berghaus ein sämiges Fondue mit lustig, vorgeformten Fonduebrot und leckeren Kartoffeln. Gestärkt vom Käseklumpen im Magen und einigen interessanten Gesprächen stürzen wir uns in die Winterkleider und ab auf die Schlittelpiste.

Bald schon merken wir, dass die Piste nicht halb so hart ist, wie wir erwartet hatten. Im weichen Schnee haben sich zahlreiche Mulden gebildet, welche nun im mehr oder weniger guten Licht unserer Stirnlampen umschifft oder durchquert werden müssen. Ist ein zu durchquerendes Loch einmal zu tief, kann es gut vorkommen, dass der Schlitten stecken bleibt und nur die Besatzung das andere Ufer erreicht – auf dem blossen Hintern oder mit blutiger Nase notabene. Und irgendwie war es dann halt auch gut, dass der Schlitten stecken blieb – denn ohne Besatzung macht sich dieser gerne auch einmal selbständig und will im finsteren Bergwald nur schwer wiedergefunden werden.

Abgerundet wird unser Abend von einem leckeren Glühwein im Stallbeizli bei der Mittelstation Vorsass und der plötzlichen und zum Glück unberechtigten Panik, dass nach offiziellem Fahrplan kein Bus mehr ab Beatenbucht nach Thun mehr fährt.

Danke euch allen für den gemütlichen Abend. Freue mich auf die nächsten Abenteuer in den verschneiten Bergen und in diesem Sinne darauf euch beim Iglu bauen wieder im Team zu wissen:-)

In Fels, Eis und Schnee

Nach einer warmen Schockolade im Hotel Steingletscher starten wir gut ausgerüstet in unser nächstes outdoor Abenteuer. Da unsere Gruppe mehrheitlich aus Einsteiger besteht, hat sich Bächli-Sport mit unseren Last-Minute Einkäufen eine goldene Nase verdient. Die Ausrüstung benötigen wir heute jedoch noch nicht.
Wegen der unsicheren Wetterlage entscheiden wir uns gegen den Klettersteig und für die normale Bergwanderroute um zur Tierberglihütte zu gelangen. Einsetzender Nieselregen und Schneefall bekräftigen uns, in dieser Entscheidung und lassen uns die ohnehin sehr komfortable Hütte noch viel gemütlicher erscheinen.

Die erste Nacht sind wir fast alleine in der Hütte und versuchen bei stürmischem Wind und laut flackernder Fahne den Schlaf zu finden. – Nicht ganz einfach. Dafür durften wir für SAC Hüttenverhältnisse etwas ausschlafen. Frühstück um sieben und anschliessen ein Seil-, Pickel- und Steigeisen-Crash-Kurs von Phippu. Schon cool, was diese Dinger alles mitmachen und welchen Halt Sie uns im Eis des Steingletschers bieten.
Jetzt sind wir heiss auf eine erste kleine Hochtour zum Sustenhorn. Ja, „heiss“ das sind wir wirklich. Der leichte Nebel lässt uns kaum erahnen wie intensiv die Sonneneinstrahlung auf dem Gletscher ist und wir verbrennen uns trotz Sonnenschutz kollektiv an Kopf und Hals. – Und einzelne Exoten unter uns verbrennen sich trotz langen Hosen die Unterschenkel… aiaiai wie geht denn sowas?
Ach ja, wir haben den Gipfel auf 3’503 Metern über Meer erfolgreich erklommen. Dabei die atemberaubende Bergwelt in uns aufgesogen und in der absoluten Ruhe meditativ durch den Schnee stapfend den Alltag hinter uns und unseren Gedanken freien Lauf gelassen. Oben angekommen, verewigen wir uns im Gipfelbuch, verpflegen uns aus dem Rucksack und ab geht’s durch den frischen Schnee zurück zur Hütte. Im Abstieg konnten wir endlich auch das Seil gebrauchen. Jedoch hatten nicht ganz alle dieselben Absichten. Während Timon seine Frau auf dem Hintern durch den Schnee zog oder ziehen wollte, versuchte Fredy heldenhaft einzugreifen und verhinderte selbiges. Ok, zum Glück war es das einzige Mal, dass jemand ins Seil „fiel“.
Die 5 Stündige Tour war nicht genug für alle. Mit Sandra und „Utsche“ erklimmen die Unermüdlichen noch den Vorder Tierberg. – Bei dickem Nebel versteht sich. –Zumindest sah es von der Hütte gesehen so aus. Diesen Abend sind wir nicht mehr ganz so alleine in der Hütte. Mit knapp 70 Personen ist die Hütte nahezu ausgebucht und wir drei faulen finden unter den vielen Bergler noch einen Partner für einen kurzen Jass.

Der dritte und letzte Tag beginnt mit dem unliebsamen Geräusch eines um 15 Minuten zu früh gestellten Weckers. „Autsch“ diesen Schlaf hätte ich mir gerne noch gegönnt. Tja, aufstehen, anziehen, Rucksack für die nächste Tour packen und ab an den Frühstückstisch. Um 6 Uhr stehen alle abmarschbereit vor der Hütte. Unser heutiges Ziel ist noch nicht 100% klar. Bei der Tierberglimi wollen wir uns entscheiden, ob wir den Westgrat des Gwächtenhorn erklimmen oder uns auf den Mittler Tierberg beschränken. Vorbei an imposanten Gletscherspalten laufen wir in der Morgensonne unserem ersten Ziel entgegen. Nach einer kurzen Pinkelpause ist dann auch klar, weshalb es für die Damen nicht ganz so praktisch ist am Seil zu laufen wie für die Herren im Team. Auch das Ziel des Tages ist einigermassen schnell bestimmt. Der Westgrat des Gwächtehorn scheint uns aus der Nähe, bei eisigem Wind und frischem Schnee dann doch eine Nummer zu Gross.
Der Gipfel des Mittler Tierberg ist schnell erreicht. Über einen schmalen Grat laufen wir mit mehr oder weniger weichen Knie weiter zum Tierbergsattel. Von da an erklimmen wir in dezimierter Formation den ersten Teil zum Nordgipfel des Hinter Tierberg. – Auch eine Nummer zu Gross oder zumindest zu weit, wenn die anderen auf uns warten. Entscheiden wir kurzum später und kehren zu unseren schon fast erfrorenen Mitstreitern zurück.
Auf dem Abstieg über den Steingletscher erleben wir nochmals die vielen Facetten des ewigen Eises. Weiche Schneefelder, verschneite Spalten sowie steile von Spalten durchzogene Eishänge verstellen uns den Weg nach unten. Für uns Hochtouren Anfänger ein grosser Spass und die nötige Herausforderung. Und dann konnten wir tatsächlich auch noch ein kurzes Stück richtig „abseilen“ und nicht immer nur „losseilen“. Das macht eindeutig Lust auf mehr!

Merci, Timu für die Initiative und fürs Organisieren der Hütte. Danke Phippu für deine kundige Führung! Du bist ein super Guide und Freund! Danke Fredy fürs mitführen und teilen deiner Erfahrung. Danke euch allen, dass Ihr immer wieder mit dabei seid und dafür keinen Aufwand oder Sonnenbrand scheut! Top und auf bald!

Familen Spass am Oeschinensee

Das Wetter hat dieses Wochenende nur bedingt mitgespielt. Und somit haben wir für einmal den Schwanz eingezogen und das Abenteuer verkürzt und ziemlich verweichlicht. Naja, egal, uns hat es allen Spass gemacht. Uns – das war für einmal eine reine Familienangelegenheit. Für alle unsere drei Kids war noch ein Gotti und Götti dabei. Was für ein Spass!

Am Samstag haben wir auf das Biwakieren im Regen verzichtet und einen kurzen Abstecher mit der Familie in die Kletterhalle gemacht. Tapfer machten unseren Kids die ersten Boulder und Kletterversuche. Bevor wir uns Zuhause mit einer grossen Portion Pasta stärkten.

Den Weg zum Oeschinensee nehmen wir erst in den Sonntagmorgentlichen Sonnenstrahlen in Angriff. Im Zug merken wir, dass wir wohl nicht die einzigen sind, welche den Ausflug auf den Sonntag verschoben haben. Zusammen mit uns entleert sich in Kandersteg der ganze Zug. Anscheinend haben andere ähnliche Pläne wie wir. Jedoch sind diese kaum mit einem derart leckeren Mittagessen ausgerüstet. Dazu aber später mehr. Denn nun müssen wir uns das Essen erst verdienen. Entlang von kleinen Bächlein und durch lauschige Wäldchen steigen wir an imposanten Wasserfällen vorbei immer höher dem Bergsee entgegen.
Die Kulisse ist auch beim x-ten Besuch immer noch imposant. Wir suchen uns ein gemütliches Plätzchen und dann Holz fürs Feuer. Während das Feuer lodert und uns hoffentlich bald gute Glut liefert, nehmen wir uns ein doch eher erfrischendes Bad. Die kleinen füllen den See mit kleinen und grossen Steinen und Meli füllt unseren Fisch mit frischem Gemüse. Mmmh – das wird lecker. Eingewickelt in Alufolie und mit feiner Kräuterbutter eingepinselt werden die Forellen und Goldbrassen auf dem Feuer schön schmackhaft und knusprig.
Ans feine Essen die schöne Bergwelt und das gemütliche Zusammensein, könnte man sich glatt gewöhnen. Nun ist aber höchste Zeit, um aufzubrechen. Denn die Kids wollen ja noch was erleben. Und Götti und Gottis begeben sich in dieser Zeit noch auf eine kurze Wanderung um hoch über dem Oeschinensee die Aussicht zu geniessen.

Also auf geht’s zum Bootsverleih. Maël ist unterdessen eingeschlafen und nutzt die Ruderbootsfahrt für einen kurzen Powernap. Auch ich muss kurz powern, damit wir noch rechtzeitig zurück an Land kommen.
In der Hoffnung auf eine kurze Rodelbahnfahrt, laufen wir zügig zur Bergstation. Dort angekommen, die grosse Entäuschung, die Bahn wurde vor 15 Minuten geschlossen. Zum grossen Glück, haben die Betreiber Erbarmen und lassen uns doch noch auf eine letzte Fahrt. Léon kriegt sogar eine Begleitung, damit er nicht alleine runter kurven muss. Grossartiger Service und das sogar nach Betriebsschluss! Danke!

Huch, das war wieder einmal ein Wochenende! Danke euch allen, dass ihr mit uns unterwegs wart.

3-Zimmer Iglu

Wer bei diesem Wetterbericht in die Berge geht, der muss es wirklich wollen. Schnee, Wind und kaum Sonnenschein. Tapfer, dass niemand freiwillig einen Rückzieher gemacht hat. Auf die Gesellschaft von Elias mussten wir leider trotzdem verzichten. Er hat sich selbstlos in den Dienst von Frau und Kind gestellt, welche krank Zuhause waren.

Für alle anderen war vom ersten Moment an klar, dieses Wochenende würde kein Zuckerschlecken. Durch das Schneegestöber laufen wir vom Jaunpass dem Bäderhore entgegen. Nein, nicht der Gipfel sondern die darunter gelegene Alp war unser Ziel. Allerdings nur das erste und kleinere von zwei Tageszielen. Das grössere und wirklich ambitiöse Ziel entstand ziemlich kurzentschlossen bei Ankunft am Iglu-Bauplatz. Es sollte ein richtiger Iglu-Komplex entstehen. Ein gemeinsamer Eingang zu einer Schneekuppel von rund 3 Meter Durchmesser. Links und rechts davon sollen Zwischengänge in weitere Schnekuppen gleicher grösse führen. Eine 3-Zimmer Iglu-Wohnung sozusagen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, haben wir uns gesagt und haben damit angefangen grosszügig Schnee zu verschieben. Jedes Schneekorn wurde gefühlte 5 mal von Schaufel zu Schaufel weitergereicht, bis es ausserhalb der Baustelle aus dem Weg geräumt wurde. Langsam aber stetig kamen wir unserem Ziel näher. Schliesslich wollte niemand von den neun Schneefreunden unter freiem Himmel übernachten. Mit einer ordentlichen Portion Wille und Schweiss, haben wir das Werk vollbracht. Rund 15 -20 Kubikmeter Schnee haben wir aus dem Hang geschaufelt und am Ende haben wir unser Monster tatsächlich vollendet. Es hatte eine Breite von rund 3 Meter und zog sich über eine Länge von total rund 12 Meter.

Ok, das Fondue haben wir uns mit dieser Leistung mehr als verdient. Ein bisschen Eng wurde es schon. Denn irgendwie drängten sich auf kleinstem Raum 9 Personen ums Caquelon.
Zum Dessert durfte der Geburtstagskuchen natürlich nicht fehlen. Wenn sich Anja schon am Geburtstag mit uns ins Iglu-Weekend wagt, darf ein gebührendes Happy-Birthday nicht fehlen. Gratulation zu deinem Geburtstag!

Danach war bald einmal Feierabend. Kurz draussen im eisigen Schneetreiben die Zähneputzen und Wasser lassen – In der Hoffnung, dass einem die Blase bis zum nächsten Morgen in Ruhe lässt. Danach ab in den Schlafsack und hoffen, dass einem die Kälte nicht die süssen Träume raubt.

Die grosse Überraschung erwartete uns am nächsten Morgen beim ersten Blick aus dem Iglu. 20cm Neuschnee und strahlender Sonnenschein. Ein Tag wie im Wintermärchen. Simon nutzte die Winterlandschaft für einen ersten Spaziergang gegen die Kälte. Wasser schmelzen, Tee kochen, Rucksäcke packen und Abmarsch aufs Poschi hiess es für die einen.

Da ich mit Packen nicht der schnellste war, blieb ich mit Freddy und Kathrin zurück im Schnee. Gemeinsam machten wir noch einen Abstecher zum Sattel des Bäderhore. Ganz noch oben haben wir uns aufgrund der akuten Lawinengefahr nicht getraut. Uns erwartete eine schöne Abfahrt durch das frisch verschneite Winterwäldchen. Super! Danach hiess es auch für uns Abmarsch zur Postauto Station.

Euch allen herzlichen Dank fürs mittkommen, mitschaufeln und mitfrieren. Alleine würde der ganze Spass eben ganz einfach keinen Spass machen. Ihr seid meine Helden der kalten Nacht in überdimensionierten Iglus:-)

Teamwork am Faulhorn

Dass es mit drei Jungs eine Herausforderung würde, war mir bewusst. Dennoch wollte ich trotz leichtem Fieber nicht auf das Schlittelhighlight des Jahres verzichten. Zu schön ist die Erinnerung ans letzte Mal und zu prächtig das Wetter gemeldet. Die Sonne hat uns im Aufstieg frühlingshafte Temperaturen und eine wunderschöne Bergsicht beschert. Spitze!

Mit Léon, Robin und Maël im Schlepptau machten wir uns also an die Arbeit. Teamwork ist gefragt, wenn es darum geht drei kleine Jungs auf den Gipfel des Faulhorns zu treiben-tragen-ziehen.

Getrieben vom Götti und ein paar Süssigkeiten bewältigte Léon auch die letzten Meter bis zum Gipfel ohne grössere Kriese! Bravo!
Auf dem Gipfel blies ein eisiger Wind Robin die letzte Wander-Euphorie aus dem Körper. Er machte deshalb kurz vor dem Gipfel Kehrt und genoss eine angenehme Pause an einem etwas wärmeren und windstillen Plätzchen.
Maël hatte keine andere Wahl, als uns überall dorthin zu folgen, wo wir Ihn hintrugen. Es schien ihm sichtlich Spass zu machen und auch die Abfahrt kommentierte er mit freudig, vergnügten Lauten.
Danke euch allen, dass Ihr uns dies ermöglicht habt! Ihr seid spitze!

Der Effort hat sich gelohnt. Gemeinschaft, Aussicht, Gipfelerfolg und eine mehr oder weniger rasante Abfahrt entschädigten für die Strapazen des Aufstieges. Ach, ja, nicht zu vergessen, sind die Leckereien im Bergrestaurant Bussalp. Frisch gestärkt stürzen wir uns in die letzten Meter der Abfahrt bzw. Talwanderung. Der doch eher spärliche Schnee zwang uns auch im Abstieg den einen oder anderen Meter zu laufen. Autsch! Schade, wenn dann kurz vor dem Ziel noch ein übler Misstritt dazu kommt und ich im Fieberwahn den Schlitten vergesse ins Auto zu laden.

Nochmals ein herzliches Dankeschön an alle Mitstreiter! Ich freue mich auf das nächste Mal und hoffentlich auf ein mindestens so schönes Iglu-Weekend.

Zwei Tage Undeufe und Obenabe

Ziel der diesjährigen Zweitages-Wanderung war die Lohnerhütte. Kindheits Erinnerung von Timu und Lisi. Zugegebenermassen war ich schon recht beeindruckt, wie uns Lisi Zielsicher durch unbeschilderte Weiden und Wälder oberhalb Adelboden führte und das obwohl es mindestens 20 Jahre her sein muss, dass sie zum letzten mal hier war.

Der Einstieg in den anspruchsvollen Höhenweg hatte es schon einmal in sich und nun wussten wir definitiv, dass uns in diesen zwei Tagen ein Leckerbissen der Wanderwelt serviert wurde. Die beiden Zürcher in unserer Crew fühlten sich am „Zürchertritt“ wie zuhause und kraxelten geschickt vor uns die Felswand hoch. Steil und ausgesetzt, zuweilen mit Ketten gesichert, führte uns der Weg zur Lohnerhütte. Kaum zu glauben, dass hier einmal eine Familie mit Kindern wohnte, welche diesen Weg als Schulweg zurücklegen durften.

In der Lohnerhütte angekommen, schied sich die Spreu vom Weizen. Die drei Musketiere – Timu, Fredi und Sandra – hatten noch nicht genug und machten sich im Nebel und Nieselregen schon mal auf, um den Weg zum Mittaghorn zu erkunden. Das ist ein Wanderweg der Kategorie T4. Nach blau-weissem Wegweiser benötigt man für den Aufstieg 2 Stunden 15 Minuten. Ja, in etwa so lange hatten unsere Bergläufer auch, aber für beide Wege, „ufe“ und „abe“. Chapeau! Da blieb uns in der Hütte nichts anderes übrig als „undeufe“ und „obenabe“ zu Jassen.

Unsere Gastgeber stärkten uns mit einem Leckeren Kuchen zum Zvieri, sowie Suppe und Spaghetti zum Abendessen für die Strapazen vom nächsten Tag. Ein Tag der nochmals alles bieten sollte, was das Wanderherz begehrt. Nach dem Frühstück marschierten wir Zuversichtlich in den Nebel. Immer wieder löste sich die Schleierwolke für einen Augenblick und gönnte uns eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge und das Mittaghorn, welches heute nochmals bei hoffentlich guter Sicht unser Ziel sein sollte. Durch loses Geröll und Schnee kämpften wir uns vorsichtig dem Gipfel entgegen. Der Gipfel selber bildete gerade ungefähr die Nebelgrenze und wir waren im Wechsel zwischen Nebelmeer und „Nebelbad“.

Auf den Abstieg folgte nun noch die Traverse zur Engstligenalp. Zwar mehr oder weniger flach, jedoch sehr ausgesetzt und heute nass und im Nebel. Als dann plötzlich noch Steine wie Geschosse durch die Luft auf uns zu fliegen, stieg zumindest bei mir das Adrenalin ins unermessliche und wir versuchen uns unter ein paar mickrigen Felsvorsprüngen in Deckung zu bringen – bis der Steinschlag vorüber ist. Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert und wir konnten unbehelligt weiterlaufen.

Alles in allem eine spektakuläre und sehr abwechslungsreiche Tour. Danke für eure Gesellschaft und danke Timu fürs organisieren!

Gerne wieder – voraussichtlich am 2.-3. September 2016 und selbstverständlich in anderer Form schon viel früher!

Fischen am Oeschinensee

Der Abstecher zum Oeschinensee war so ziemlich, das Beste was man an diesem Hitze Tag hätte machen können. Im Tal stieg das Quecksilber z.T. bis auf 38°C. Da kommen ein bisschen Bergluft und der kühle See genau richtig.

Was sich so einfach anhört, ist nicht wirklich selbstverständlich. Denn wenn am Vormittag kein Zug fährt oder man in den falschen Wagen einsteigt, dann kommt man nicht wirklich dort an wo man will. Mit Auto statt Zug bzw. mit rund 2 Stunden Verspätung kamen wir dann doch in Kandersteg an.

Ein kühles Bad zum Anfang und dann mit dem Ruderboot zu ruhigeren Ufer. Denn dort wo sich weniger Badegäste tummeln, hoffen wir noch auf ein paar Fische zu treffen. Die Landschaft am Oeschinensee ist ohnehin schon atemberaubend und bei diesem Wetter haben wir überhaupt nichts mehr zu meckern. Ausser eben vielleicht, dass die Fische auch am anderen Ufer nicht angebissen haben. Spass hat’s dennoch gemacht. Mit mehr oder weniger Geduld, haben wir die Köder und Häcken ausgeworfen und dabei versucht so wenig Knüppel wie möglich in die Angelschnur zu machen. Gar nicht so einfach dieses Fischen.

Auf dem Feuer gab es, dann halt weder Forelle noch Zander, sondern eine Cervelat, Schlangenbrot und Marshmellows. Ach ja, ein Stück Lachs hat sich auch noch auf den Grill verirrt. Der kam aber eindeutig nicht aus dem Oeschinensee.

In der Abenndämmerung hiess es dann zurückpaddeln und Abmarsch ins schwül warme Tal.

Vielen Dank euch allen fürs mittkommen und mittmachen. Es hat mir auch ohne Fisch gefallen. – Und so richtig aufgegeben haben wir ja noch nicht. Eventuell kommen wir im nächsten Jahr wieder. Dann bleiben wir aber über Nacht und fangen die Zappel-Fische in den frühen Morgenstunden.

Klettersteig Reloaded & Extended

Die gleiche, kleine und treue Schar von Outelementer die vor zwei Jahren die Wiwannihütte eroberte und so manches Fiasko erlebte, war heute am Start für den Klettersteig auf den Moléson. Jeder hatte anscheinend beim letzten Mal dazu gelernt; Chris hat sich Medikamente gegen Höhenkrankheit besorgt – Timon hat mehr als genug Wasser mitgenommen – ich hab eine Regenjacke eingepackt und Meli wurde von einer strapaziösen Wanderung zum Einstieg des Klettersteiges verschont.

 

Mit dem Funi haben wir aus lauter Angst vor dem eventuell später nahenden Gewitter die erste Etappe zurückgelegt. Etwas erstaunt nahmen wir dann zur Kenntnis, dass nur ganze Klettersteigausrüstungen gemietet werden konnten. So mussten wir unsere eigenen Helme und Klettergurte bei der Mittelstation zwischenlagern. Das soll unserer Freude aber keinen Abbruch machen. Wir machen uns voller Vorfreude gemischt mit einer kleinen Anspannung auf den Weg zur Nordwand. Da schon eine grössere Gruppe vor uns in der Wand unterwegs ist, können wir uns Zeit lassen und die zum teil stark ausgesetzten und insbesondere Kräftezehrenden Tritte voll auskosten. Kurzes aber durchaus lohnenswertes Highlight war der kurze Abschnitt, welcher als KS 5 eingestuft war und somit nochmals einen Zacken anspruchsvoller war, als was wir sonst bisher gemacht haben.

Oben angekommen geniessen wir die Aussicht auf den Lac Léman und das Migros TakeAway Sandwich, dennoch macht sich minimale Wehmut bereit, dass der Klettersteig nur so kurz war. Aber es gibt ja immer ein nächstes Mal. Und die frühe Heimkehr eröffnet uns die Möglichkeit für einen Sprung ins kühle Nass in der Badi und zum anschliessenden Bräteln.

Super! Dass ihr wieder einmal alle mit dabei wart! Hat super Spass gemacht, dass ihr nach den Erfahungen vom letzten Mal wieder mitgemacht habt und vor allem anschliessend noch mit in Badi und zum „Grosi-Barbecue“ mitgekommen seid.